Hans Werner Henze: «Pollicino» (1979-80) Kinderoper in 2 Akten Libretto von Giuseppe Di Leva nach Collodi, Grimm und Perrault deutsch von H.W. Henze
Hans Werner Henze hat seine Kinderoper Pollicino 1979/80 für sein Festival cantiere
internazionale d’arte in Montepulciano geschrieben. Er nannte es «ein Märchen für
Musik», ein Bühnenstück für Kinder und Erwachsene – sowohl Ausführende als
auch Zuhörende. Die Besetzung ist eine Mischung von Profis und Kinder. Er war
überzeugt, dass beide voneinander lernen und sich gegenseitig inspirieren können.
Übrigens hat Stefano Mariani, der die Oper in Basel dirigieren wird, als Jugendlicher
bereits bei der Uraufführung mitgespielt und somit den ganzen Entstehungsprozess
der Oper miterlebt.
Auch die Orchesterschule Insel arbeitet nach diesem Credo: der künstlerisch
ganzheitliche Ansatz bei spartenübergreifenden Projekten, bei denen die Kinder
wählen können, ob sie mit einer Kostümbildnerin die Kostüme konzipieren und herstellen, mit dem Bühnenbildnerin zusammenarbeiten, theatralisch/tänzerisch
auftreten oder gemeinsam mit Profis solo singen – das macht die Orchesterschule
Insel zu etwas Besonderem.
«Pollicino», Deutsch «Däumling» basiert auf dem gleichnamigen Märchen der
Gebrüder Grimm. Es geht um eine arme Familie mit sieben Knaben. Weil er ihnen
nichts mehr zu essen geben kann, beschliesst der Vater, sie im Wald auszusetzen
und dort verhungern zu lassen. Im Wald finden die Kinder zunächst die
Unterstützung der Tiere und geraten dann ins Haus eines Menschenfressers, dem
sie aber zusammen mit dessen sieben Töchtern entfliehen können. Auf der Flucht
durch die Wildnis lernen sie, wie wichtig Solidarität und Liebe sind.
